Schuhschnabel

Mabamba Swamp

Auf der Suche nach dem Schuhschnabel hat es uns in den Mabamba Swamp verschlagen. Auf einer atemberaubenden Bootstour durch den Sumpf wurden wir fündig.

Nachdem wir 3 Tage fernab von der Zivilisation im Mpanga Forest verbracht hatten, entschieden wir uns weiterzuziehen. Wir reisten mit zwei Boda Bodas nach Ziba, einem kleinen Ort direkt am Mabamba Swamp. Dabei handelt es sich um ein etwa 25 km² grosses Feuchtgebiet, welches die Heimat von über 260 Vogelarten ist. Vor allem für Lukas war dieser Ausflug ein Highlight, da auch der Schuhschnabel in diesem Sumpf beheimatet ist. Als Kind immer im Zoo Zürich bestaunt, wollten wir ihn nun in Uganda in freier Wildbahn beobachten. Bereits um 9 Uhr startete unsere Tour. Es empfiehlt sich, die Tour am Vormittag zu machen. Zum einen ist es weniger heiss und zum anderen hat es wenig andere Touristenboote. Am Nachmittag könne es recht voll werden, meinte unser Guide. Wir stiegen in das Holzboot ein, der kleine Zweitakter-Motor wurde gestartet und los gings. Bereits die ersten Meter im Sumpfgebiet waren sehr schön. Schon allein die Pflanzenwelt war neu und die violettfarbenen Wasserlilien waren wunderschön. Wir konnten auf unserer Fahrt durch das Feuchtgebiet viele tolle Vögel beobachten. Nathalie fand grossen Gefallen an den bunten, kleinen Haubenzwergfischern. Nach ca. 40 Minuten sichtete Lukas einen Schuhschnabel.

Tierwelt: Schuhschnabel

Der Schuhschnabel ist im Süden des Südsudans, in Uganda, Tansania und Sambia anzutreffen. Seinen Namen verdankt der mit dem Pelikan verwandten Vogel seinem Schnabel. Dieser hat eine stattliche Grösse von rund 20 cm, was einer Schuhgrösse 32 entspricht. Zudem ist er an der Spitze mit einer Art Hacken ausgestattet. Damit kann er seine Beute besser fangen, festhalten und für den Verzehr vorbereiten. Seinen grossen Schnabel braucht er auch in der Brutzeit. Da der Schuhschnabel in eher heissen Ländern lebt, schöpft er bis zu 5 Mal täglich Wasser und duscht damit seine Eier. So werden sie kühl gehalten. Die Brutzeit von ein bis drei Eiern beträgt einen Monat. Die Jungen werden rund 100 Tage von ihren Eltern mit Nahrung versorgt, bevor sie dann selbstständig sind. Der Schuhschnabel ist abgesehen von der Brutzeit ein Einzelgänger. Der bis zu 1.40 m grosse Vogel ist ein Lauerjäger. Er verharrt die meiste Zeit des Tages ruhig im Sumpfgebiet, kommt ein Fisch oder alternativ auch ein kleines Reptil in seine Nähe, schlägt er blitzschnell zu.

Rasch wurde der Motor ausgeschaltet und mit langen Holzstäben wurde unser Schiff in die Richtung vom Schuhschnabel gestossen. Wir konnten das Tier einige Minuten beobachten, bevor es davonfliegt. Im Flug wurde uns bewusst, wie gross diese Vögel sind, ihre Spannweite ist schlich gewaltig. Im Anschluss meinte unser Guide, er kenne ein zweites Nest. Schnell fanden wir dieses und konnten erneut zwei Schuhschnäbel beobachten. Vor allem toll war, dass einer davon ein junger Schuhschnabel war. Dies ist das erste Mal, dass Touristen ein Nest mit einem jungen Schuhschnabel im Mabamba Swamp beobachten können, da sie sonst viel tiefer im Sumpf nisten. Der junge Vogel verbringt die Zeit im Nest mit einem Elternteil. Da er noch nicht fliegen kann, ist der andere Elternteil auf Jagt, um genügend Fische zu fangen. Auch diese Vögel konnten wir einige Zeit beobachten. Es war ein wunderschöner Moment und wir konnten die Stille vom Sumpf, die Tierwelt und einander so richtig geniessen. Auf der Rückfahrt zeigte uns unser Guide einige weitere tolle Vögel und wir stiegen nach zwei Stunden glücklich und mit einigen neuen tollen Erfahrungen im Rucksack aus dem Boot.