Von Entebbe in den Mpanga Forest

In den letzten Tagen sind wir von Entebbe in den Mpanga Forest gereist. Dort haben wir einige gemütliche Tage in der Natur verbracht. Wir genossen die Natur, die Ruhe sowie die Tierwelt sehr.

Reise von Entebbe in den Mpanga Forest

Wie bereits im letzten Blogbericht angekündigt, wollten wir in den Mpanga Forest weiterreisen. Am Morgen vor der Abreise hat uns Thomas, unser Gastgeber, zum Glück eine viel schnellere Route verraten, als uns die Matatu-Fahrer (Minibus-Sammeltaxis) am Vortag empfohlen hatten. So mussten wir nicht mit zwei Matatus via Kampala reisen, sondern konnten die Fähre und ein Boda Boda (Töfftaxi) nehmen. Unsere erste Reise mit dem öffentlichen Verkehr in Uganda empfanden wir als recht abenteuerlich, man könnte auch sagen anstrengend. Wir liefen mit unseren zwei grossen Rucksäcken durch Entebbe zur Fährstation. Dort zeigten sich die Menschen sehr hilfsbereit, wohl auch, weil sie hofften, dass wir sie als Fahrer buchen. Sie akzeptierten aber unser “nein, danke” rasch und erklärten uns dann, wie wir selbstständig reisen können. Nach der kurzen Registrierung im Häuschen an der Fährstation standen wir, wie alle anderen in einer Reihe, um auf die Fähre zu gelangen. Und da merkten wir bereits einen grossen Unterschied zur Schweiz. Hier in Uganda lässt man praktisch keinen Abstand zur vorderen Person. Lässt man eine Lücke, ist diese rasch durch die Person, die gerade noch hinter einem stand, gefüllt. Bis wir dieses Prinzip verstanden haben, haben uns so viele Locals überholt, dass wir uns keinen Sitzplatz mehr ergattern konnten. Dies war aber nicht weiter schlimm, da die Überfahrt nur einige Minuten dauerte. Am anderen Ufer angekommen, winkten uns etwa 20 Boda Boda-Fahrer entgegen. Jeder witterte das Geschäft mit uns Muzungus und wollte uns mit seinem Töff weitertransportieren. So war es für uns kaum möglich, die Fähren zu verlassen, da wir von den Männern beinahe überrannt und umzingelt wurden. Schnell wählten wir 2 Fahrer aus, sassen auf ihre Motorräder und fuhren in den Mpanga Forest. Die Strasse dort hin ist meist eine dirty Road, welche holprig und wie es der Name schon sagt, sehr staubig ist. Wir sind froh, dass wir heil im schönen Mpanga Forest ankamen. 

Reisetipp: Entebbe nach Mpanga Forest

Es gibt unterschiedliche Wege, wie man ohne privaten Fahrer von Entebbe in den Mpanga Forest reisen kann. Die längere und definitiv günstigere Variante ist mit den Matatus (Minibus-Sammelntaxis). Startpunkt dafür ist der Taxipark von Entebbe. Dort steigt man in ein Matatu nach Kampala ein. Diese Fahrt kostet rund 5’000 UGX. In Kampla gilt es das Matatu nach Mpigi zu suchen. Dafür muss man sich wohl durchfragen. Diese Fahrt kostet 3’000 UGX. Mpigi befindet sich ganz in der Nähe vom Mpanga Forest. Diese kurze Strecke kann mit einem Boda Boda gemeistert werden. 

Wir entschieden uns für die etwas teurere und dafür auch bedeutend schnellere Route. Ausganspunkt dafür ist die Anlegestelle Nakiwogo Fery Station in Entebbe. Von dort fährt mehrmals täglich eine Fähre nach Sazi an die Buwaya Landingsite. Die Fahrt ist kostenlos und dauert nur einige Minuten. Man muss sich lediglich im Häuschen registrieren. Von der Buwaya Landingsite fährt man mit dem Boda Boda für rund 20’000 UGX in den Mpanga Forest. 

Mpanga Forest

Der Mpanga Forest umfasst 450 Hektaren und ist die Heimat von vielen Vögeln, Insekten und Affen. Wir verbrachten 3 Tage in einer Unterkunft, die sich direkt am Waldrand befindet. Unser Banda (Bungalow) befand sich einige Meter im Wald und hatte eine hübsche Veranda, wo wir unsere Hängematten aufhängen konnten. Von da aus konnten wir den Vögeln und Affen zuschauen, die sich in den Bäumen über uns tummelten. Täglich machten wir einen Bush Walk, um die unterschiedlichen Tiere zu suchen und zu beobachten. Einmal hatten wir die Möglichkeit in ein kleines Dorf zu wandern und dort zu sehen, wie die Menschen mit minimaler Ausstattung leben. Unser Gastgeber Paul versorgte uns beim Abendessen immer mit lokalen Gerichten. So lernten wir die ugandische Küche endlich etwas kennen und das meiste davon mögen wir.

Tierwelt: Silberwangenhornvogel (Hornbill)

Der Silberwangenhornvogel oder Hornbill, wie er hier genannt wird, zählt zur Familie der Nashornvögel. Seinen Namen verdankt er seinem besonderen Aufsatz, den er auf dem Schnabel hat. Hornbills leben vorwiegend paarweise und sind monogam. Besonders spannend finden wir ihr Verhalten in der Brutzeit. Dafür suchen sie sich eine Baumhöhle. Der Eingang verbaut das Weibchen mit einem Sekret, welches aus Erdkügelchen und dem Speichel der Männchen besteht. Diese Mauer soll den Nachwuchs vor Räubern wie zum Beispiel Affen schützen. Das Weibchen verbringt 15 bis 17 Wochen in dieser Höhle und verlässt sie erst, wenn der Nachwuchs flügge geworden ist. In der Zwischenzeit versorgt das Männchen das Weibchen sowie den Nachwuchs durch einen kleinen Spalt in der Mauer mit Nahrung. Dabei fliegt er die Baumhöhle etwa 1600 Mal an.