
Naretoi e.V. - Bildung ist der Schlüssel
In der Masai Mara lernten wir Heike und Birgit kennen, zwei Schwestern aus Deutschland, die eine unglaubliche Arbeit leisten. Sie haben den Verein Naretoi e.V. gegründet, welcher es vielen bedürftigen Kindern rund um die Masai Mara ermöglicht zur Schule zu gehen und zudem auch andere bildungsrelevante Projekte in dieser Region umsetzt. Wir erlebten mit diesen zwei Frauen einen sehr berührenden Tag. Dabei besuchten wir mit ihnen sieben verschiedenen Schulen und erhielten einen Einblick in die Arbeit eines wohltätigen Vereins.
Naretoi e.V. - Gemeinsam ein Ziel erreichen
Das Wort Naretoi stammt aus der Sprache der Massai und bedeutet “Viele Menschen helfen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen”. Durch einen Urlaub in der Masai Mara wurden die zwei deutschen Schwestern Birgit und Heike auf die vielen Analphabeten und die mangelnde Bildung der Völkergruppe der Massai aufmerksam. Was mit der Förderung des damals 19-jährigen Massai John anfing, wuchs bis heute zu einem absolut unterstützenswerten Verein, welcher 160 Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung ermöglicht und viele kleine und grosse Projekte umsetzt.
Geschichte
2004 machten Heike und Birgit in der Masai Mara Urlaub. Dabei lernten sie den 19-jährigen Massai John kennen. John hatte nie die Möglichkeit zur Schule zu gehen und so bat er die zwei Schwestern um Förderung. Die Familie ermöglichte dem jungen Massai den Besuch einer Internatsschule in Nairobi, wo er lesen, schreiben und Englisch lernte. Dieser Schulbesuch hatte eine enorm positive Auswirkung auf die gesamte Familie von John. Als Birgit und Heike dies realisierten, begannen sie gemeinsam mit ihrer Familie im Jahr 2009 einen Lehrer zu finanzieren, welcher bis heute Erwachsenenbildung in verschiedenen Dörfern rund um Talek anbietet. Das Interesse in der Bevölkerung war so gross, dass rasch 40 Erwachsene dieses Angebot nutzten. Im Jahr 2010 wurde der Verein Naretoi e.V. mit dem Ziel, den Massai Bildung zu ermöglichen und gleichzeitig traditionelle Lebensweisen sowie die ethnische Identität zu erhalten, gegründet. Der Verein ist im Laufe der Jahre weiter gewachsen. Bis heute durften bereits über 200 Erwachsene aus verschiedenen Dörfern lesen, schreiben und Englisch lernen. Zudem ermöglicht der Verein im Moment 125 Kindern und Jugendlichen den Besuch der Primery- bzw. Secondary School oder den Abschluss einer Erstausbildung. 35 junge Erwachsene haben ihre Ausbildung dank Naretoi bereits erfolgreich abgeschlossen. Die beiden Schwestern initiieren aber auch viele andere Projekte. Sie arbeiten am Aufbau eines Computercenters in Talek, damit die lokale Bevölkerung Zugang zu Computern hat und ein PC Know-how aufbauen kann. Sie unterstützen Dörfer und Schulen im Errichten von notwendigen Infrastrukturen. Dank ihrer Unterstützung können einige Schulen nun Regenwasser sammeln und den Kindern sauberes Trinkwasser anbieten. Sie haben einer Schule den Kauf von Betten ermöglicht, sodass jedes Kind im Internat ein eigenes Bett hat und es nicht mit anderen teilen oder auf dem Boden schlafen muss. In einem weiteren Projekt verhelfen sie lokalen Massai Frauen zur Selbstständigkeit, indem sie ihnen Schafe kaufen. Diese dienen als Nahrungs- und Zuchtquelle.
Einen Tag in kenianischen Schulen
Für uns strahlen Heike und Birgit eine wahnsinnige Kraft aus. Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden, um ihrer Güte, aber auch ihrem Innovationsdrang genügend Ausdruck zu verleihen. Der Verein wird durch ein lokales Team rund um Talek unterstützt. Die Massai Moses, John, Depe und Joseph helfen Heike und Birgit, die wirklich bedürftigen Kinder in den Dörfern zu finden. Denn hier hat keiner wirklich genug und jeder könnte Unterstützung gebrauchen. Wir durften die Schwestern und ihr Team einen Tag lang in sieben Schulen begleiten. Für uns war es absolut beeindruckend, was wir an diesem Tag erleben durften. Die Schulen sind oft minimal ausgestattet. Dinge, die für uns selbstverständlich sind, gibt es hier oft nicht. In uns lösten Fragen wie “Gibt es sauberes Trinkwasser für die Kinder?” oder “Ist der Schulweg sicher? Oder gibt es wilden Tieren wie Elefanten in der Gegend?” ein Erstaunen, aber auch eine gewisse Beklemmung aus. Von allem gibt es zu wenig; Trinkwasser, Schulbücher, Hefter und Nahrung. Ein Klassenlehrer bat seine Unterstufenklasse, ihr Mittagessen hervorzuholen. Mehr als die Hälfte der Kinder hatte kein Essen dabei. Viele Kinder können den Unterricht nur lückenhaft besuchen. Teilweise fehlt das Geld, um die Ausbildung zu bezahlen. Manchmal müssen sie aber auch Schafe hüten oder haben andere Verpflichtungen. Die Klassen sind hier in Kenia sehr gross. Während in der Primery-School der Staat eine maximale Klassengrösse von 40 Kindern vorschreibt, können es in der Secondary-School gut und gerne 100 bis 120 Jugendliche pro Klasse sein. Bei einer Secondary-School erzählten uns die Mädchen, dass 95 Jugendliche in ihrer Klasse seien. Vor allem bei den zwei älteren Secondary-Schülern wurden wir Zeugen der extrem grossen Dankbarkeit, welche die Schüler Heike und Birgit, aber auch ihrem Team gegenüber äusserten. Uns berührte diese Dankbarkeit sehr und uns wurde einmal mehr bewusst, wie gross das Privileg zur Schule gehen zu können ist.
Spenden
Für uns ist der Verein Naretoi e.V. absolut unterstützenswert. Heike, Birgit und ihr gesamtes lokales Team arbeiten ehrenamtlich für den Verein. Spenden fliessen somit voll und ganz in ihre Projekte. Man kann eine Patenschaft für ein Kind übernehmen und diesem für rund 300 Euro pro Jahr den Schulbesuch ermöglichen. Auch einmalige Spenden sind bei diesem Verein möglich. Suchst du also irgendwann einmal ein Hilfsprojekt, das du unterstützen könntest, dann können wir dir dieses sehr ans Herz legen. Denn wir haben hautnah miterlebt, welches Engagement, Herzblut und welche Gutmütigkeit hinter diesem Verein stecken. Wir hatten das grosse Glück, diesen zwei wahnsinnig inspirierenden, innovativen und vor allem herzensguten Frauen zu begegnen und dafür sind wir sehr dankbar.
Mehr Informationen über Naretoi und ihre laufenden Projekte findet ihr auf ihrer Homepage https://www.naretoi.org/.
Danke Birgit und Heike! Danke für den tollen Tag mit euch und eurem Team. Danke für all die guten Gespräche mit euch und danke für euren unermüdlichen Einsatz. Menschen wie ihr zwei seid, machen diese Erde zu einem so viel besseren Ort.