
Safari im Queen Elizabeth Nationalpark und Schimpansen-Tracking
Die letzten Tage verbrachten wir im Queen Elizabeth Nationalpark. Wir durften viele Tiere in freier Wildbahn beobachten und überwältigende Momente mit ihnen verbringen. Zudem durften wir zwei tolle Menschen auf ihrer Reise ein Stück begleiten.
Spontanität beim Reisen
Ein Hoch auf die Spontanität beim Reisen. Durch sie erlebt man so manches Abenteuer, das man mit akribischer Planung verpasst und man lässt sich auf Dinge ein, die wunderbar enden können. Spontanität geht beim Reisen Hand in Hand mit Flexibilität. Wir durften durch genau diese Flexibilität spontan drei tolle Tage mit tollen Menschen verbringen.
Wie wir im letzten Blogbeitrag geschrieben haben, haben wir im Leopard Rest Camp schöne Bekanntschaften gemacht. Wir haben unter anderem Lissy und Rasmus kennengelernt, die mit ihrem Guide Samuel in Uganda unterwegs waren. Rasch verstanden wir uns gut und empfanden ihre Gesellschaft als sehr angenehm. Auf einem Spaziergang erzählten sie uns, dass sie als Nächstes zum Queen Elizabeth Nationalpark reisen werden. Dieser liegt in einer ganz anderen Ecke als der Lake Bunyonyi, welcher bei uns als nächster Punkt auf dem Programm stand. Im Nachhinein wissen wir gar nicht mehr so genau, wie es sich ergeben hat. Aber wir warfen unseren Plan spontan über Bord und fuhren mit den zwei in den Queen Elizabeth Nationalpark. Dies war unsere erste Wegstrecke hier in Uganda, die wir als angenehme Fahrt geniessen durften. Kein viel zu schnelles Boda-Boda, kein vollkommen überladenes Auto und kurz vor dem auseinander fallender Minibus.
Game Drive
Bereits um 5:45 Uhr trafen wir uns zum gemeinsamen Frühstück und wir wurden mit einer absolut fantastischen Morgenstimmung in den Tag begrüsst. Nach einem unbeschreiblich schönen Sonnenaufgang stiegen wir in den Jeep mit Hubdach und fuhren zum Gate des Nationalparks. Bereits nach wenigen Fahrminuten auf unserer Pirschfahrt sahen wir Elefanten direkt am Wegrand, sie waren unserem Auto sehr nahe. Dieser Moment war für uns überwältigend, auch wenn er viel zu schnell vorbei ging. Da sich die Elefanten direkt beim Parkeingang nach dem Gate befanden, konnten wir nur kurz anhalten. Sonst hätten wir einen Stau verursacht. Dankbar für diesen kurzen Moment bei den Elefanten fuhren wir weiter. Kurz darauf fanden wir die ersten zwei Löwen. Diese können sich sehr gut im hohen Gras der Savanne verstecken und so sind sie nur schwierig zu finden. Wir sahen später sogar noch eine Löwenmutter mit ihren zwei Jungen und einen ausgewachsenen Löwen mit seiner schöhnen Mähne. Auf unserer Fahrt durch den Park begegneten wir Wasserbüffeln, Flusspferden, vielen Vögeln, Wasserböcken, Antilopen und einer Schildkröte, die vor unserem Auto über die Strasse lief.
Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal
Der Lake George und Lake Edward werden durch den Kazinga Kanal miteinander verbunden. Diesen erkundeten wir auf einer zweistündigen Bootsfahrt, welche für uns wahnsinnig beeindruckend war und wir jedem wärmstens empfehlen können. Auf dem Wasser kommt man den Tieren viel näher und uns kam diese Annährung im Boot natürlicher vor als im Auto. Wir sahen sehr viele Flusspferde, die im kühlen Wasser den Tag verbringen. Zudem konnten wir lange einen Elefanten beobachten, wie er sich im Wasser abkühlte und sich von den Blättern der Bäume ernährte. Einem Krokodil kamen wir so nah, dass unser Herz etwas höher schlug. Von unserem Guide erfuhren wir, dass Krokodile keine Zunge haben. Zudem können diese Tiere nicht schwitzen, darum öffnen sie den Mund, um die überschüssige Wärme loszuwerden. Auch hier am Wasser fand man wieder viele Vögel und einige Affen.
Reisehinweis: Queen Elizabeth Nationalpark vs Lake Mburo Nationalpark
Der Lake Mburo Nationalpark ist mit seinen 370 km2 der kleinste Savannen Nationalpark Ugandas. Neben dem Lake Mburo gibt es 14 kleinere Seen und einige Sümpfe in diesem Nationalpark, welche einen wichtigen Lebensraum für viele Tiere darstellen. Er liegt unterhalb des Äquators zwischen 1’219 bis 1’828 Meter über Meer. Wir haben den Lake Mburo Nationalpark mit dem Fahrrad erkundet, was wir für diesen kleinen Park als geeignetes Fortbewegungsmittel einschätzen. Mit dem Fahrrad erlebten wir diesen Nationalpark als sehr hügelig. Man sieht auf der Fahrt viele Tiere und kann sich teilweise sehr nahe an sie heranprischen. Für uns waren neben den vielen verschiedenen Antilopen die Zebras und Giraffen aussergewöhnlich toll.
Im Gegensatz zum Lake Mburo Nationalpark ist der berühmte Queen Elizabeth Nationalpark mit seinen 1’978 km2 sehr gross. Er ist von den Gebirgsketten des Ruwenzori-Gebirges und den Virungas umgeben. Auf der Fahrt von Mbarara Richtung Kasese erhält man auf dem Viewpoint vor der Einfahrt in den Nationalpark einen wunderbaren Blick über die weiten Savannen dieses Parks. Die Landschaften des Parks muss man, wegen den vielen gefährlichen Tieren, mit dem Auto auf einem sogenannten Game Drive erkunden. Zudem ist der Park sehr weitläufig. Man muss mehr Strecke zurücklegen, um die Tiere zu finden. Die Waldgebiete des Parks können zu Fuss auf geführten Touren erkundet werden.
Uns haben beide Parks gefallen. Sie sind nicht miteinander vergleichbar, da man nicht die gleichen Tiere sehen kann. Die Elefanten und Löwen im Queen Elizabeth Nationalpark sowie die Fahrt auf dem Kazinga Kanal waren sehr toll. Das Erkunden des Parks mit dem Fahrrad hat uns allerdings besser gefallen als mit dem Auto. Im Lake Mburo Nationalpark empfanden wir unser Eindringen in die Natur mit dem Velo viel sanfter als mit dem Auto im Queen Elizabeth Nationalpark. Zudem kamen wir mit dem Velo und zu Fuss näher an die Tiere heran. Im Lake Mburo Nationalpark sahen wir mehr Tiere und mussten weniger lange darauf warten, bis sie sich zeigten.
Schimpansen-Tracking im Kalinzu Central Forest Reserve
Das Kalinzu Central Forest Reserve liegt an der Hauptstrasse zwischen Mbarara und Kasese und ist somit mit dem Matatu gut erreichbar. In diesem Waldgebiet leben sechs Primatenarten. Neben den Schimpansen kann man auch Guerezas, Grünmeerkatzen, Anubis-Paviane und östliche Vollbartmeerkatzen sehen. Das Schimpansen-Tracking startet um 7:30 Uhr oder um 15:00 Uhr. Die Kosten sind mit 50 USD überschaubar. In Kleingruppen bis maximal 6 Personen geht man auf die Suche nach den Schimpansen. Für uns war es sehr schön, wieder in einem Wald zu sein. Das satte Grün, die feuchte und saubere Luft und die schmalen Pfade waren eine willkommene Abwechslung zur Savannenlandschaft des Queen Elizabeth Nationalparks. Bereits nach einigen Minuten liefen hinter uns viele Paviane über den Weg. Es war beeindruckend, diese Tiere aus einer so kleinen Distanz zu betrachten. Wir fanden zudem bald einen einzelnen Schimpansen, den wir beim Fressen in den Bäumen beobachten konnten. Etwas später führte uns unser Guide zu einer Schimpansengruppe, bei welcher wir eine längere Zeit verweilten.
Tierwelt: Schimpansen
Schimpansen gelten als die nächsten noch lebenden Verwandten der Menschen. Sie leben in Gruppen von 30 bis 60 Tieren. Sie ernähren sich nicht nur von Pflanzen, sondern sind auch Jäger, welche Ameisen, Termiten und sogar kleine Affen fressen. Affen werden im Team gejagt, indem die kleinen Affen von Oben und Unten eingekreist werden, bis dann in der Mitte die Jäger zuschlagen können. Schimpansen sind sehr intelligente Tiere. Sie verwenden sogar Werkzeuge. Sie nehmen beispielsweise den Stiel einer Pflanze und drücken diesen in den Ameisenhaufen. Die Ameisen verbeissen sich am Stiel und die Schimpansen können ihn so abschlecken und viele Ameisen auf einmal fressen. Schimpansen können in freier Wildbahn bis zu 50 Jahre alt werden.
Nach dem Schimpansen-Tracking hiess es Abschied nehmen von Lissy, Rasmus und ihrem Guide Samuel. Wie du aber lesen kannst, durften wir mit ihnen drei tolle Tage verbringen. Wir wurden einmal mehr für unsere spontane Flexibilität belohnt mit vielen schönen Augenblicken, tollen Gesprächen und neuen Freundschaften. Wir hoffen sehr, die zwei nicht das letzte Mal gesehen zu haben.