Spiritualität, Dalai Lama, Yoga und Meditation

Im Bergdorf Mcleod Ganj sowie in der Stadt Rishikesh am Ganges, tauchten wir in die Spiritualität Indiens ein. Wir durften die Heiligkeit Dalai Lama sehen, machten Yoga, gingen Meditieren und genossen die Natur.

Mcleod Ganj, das Exil vom Dalai Lama

Die Reise von Amritsar ins Bergdorf Mcleod Ganj machten wir mit dem Local Bus. Dieses Mal war die Fahrt für Nathalie anstrengend, denn nun war sie krank. Also hiess es auch an diesem Ort erst einmal Bettruhe. Hier war es allerdings gar nicht so schlimm im Bett zu liegen, denn wir hatten das Glück ein Eckzimmer zu erhalten. So konnte man das ganze Bergpanorama vom Bett aus geniessen. Mcleod Ganj ist das Exil vom Dalai Lama und vielen anderen Menschen aus Tibet. So hatten wir an diesem Ort ein wenig das Gefühl, nicht mehr in Indien, sondern in Tibet zu sein. Wir hatten das grosse Glück, dass genau in diesen Tagen, wo wir dort waren, Dalai Lama ein öffentliches Teaching hielt. So machten wir uns an einem Morgen auf den Weg in den Dalai Lama Tempel, wo wir mit vielen Mönchen, Nonnen, Locals und anderen Touristen den Worten des Dalai Lamas lauschten. Dies war eine sehr spezielle und schöne Erfahrung, auch wenn wir nicht alles vom Teaching verstanden haben. Eigentlich wollten wir die Bergwelt auf mehreren Wanderungen geniessen. Nathalie war allerdings nicht fit genug für längere Wanderungen. Aus diesem Grund machten wir nur gemütliche Spaziergänge durch die Strassen von Mcleod Ganj, zu einem Wasserfall und ins ruhige Bergdorf Dharamkot. Wir genossen die saubere Luft und der stetig blaue Himmel. Zudem setzten wir uns mit dem tibetanischen Buddhismus und der tragischen Geschichte von Tibet auseinander.

Ganges - der heilige Fluss

Der Ganges ist ein Fluss, welcher über 2600 km durch Indien und Bangladesch fliesst. Er entspringt einer Quelle im Himalaya-Gebirge. Der Ganges gilt als heiligster Fluss der Hindus und wird von ihnen als Göttin Ganga bezeichnet. Ein Bad in ihm verspricht eine spirituelle Reinigung. Man wird von seinen Sünden befreit, von Krankheiten geheilt und die Chancen auf eine bessere Wiedergeburt wird deutlich erhöht. Pro Jahr werden rund 50’000 Tote auf dem Ganges verbrannt und so der Göttin Ganga übergeben. Dadurch soll ihre Seele ins Nirvana übergehen können. Von vielen weiteren wird die Asche im Ganges verstreut. 

Auf den rund 114 Städten, die er durchfliesst, dient er den Menschen als Trinkwasserquelle. Sie baden aber auch darin, waschen ihre Kleidung und die Fäkalien werden ebenfalls darin entsorgt, da Kläranlagen in Indien fehlen. Leichen werden im Ganges verbrannt, Asche wird darin verstreut und viele Firmen entsorgen mit Chemikalien verunreinigtes Wasser darin. Der Ganges ist also nicht nur ein heiliger, sondern auch ein sehr dreckiger Fluss. Wir hatten in Rishikesh die Gelegenheit, in diesem Fluss zu baden. Da er nur 260 km nördlich der Stadt entspringt, ist das Gewässer hier zum Glück noch ziemlich sauber.

Yoga und Meditation in Rishikesh

Rishikesh, eine Stadt am Ganges, ist der selbst ernannte Geburtsort des Yoga. Hier findet man unzählige Ashrams, Yoga- und Meditations-Schulen, Retreats und andere oft spirituelle Weiterbildungsmöglichkeiten. Es hat an diesem Ort auch viele schöne Cafes und Restaurants und man spürt, dass er auf den westlichen Tourismus ausgerichtet ist. Wir besuchten in Rishikesh das berühmte und heute ziemlich verfallene The Beatles Ashram. Dies war ein schöner Ausflug an einen Ort, der viel Ruhe ausstrahlt. Wir entschieden uns zwar nicht zu einem Ashram, gingen aber dennoch jeden Morgen ins Yoga. Wir hatten das Glück, dass wir von einem tollen Yogalehrer täglich eine Privatstunde erhielten. Nun ja, wir bezeichnen es als Glück, andere würden einfach sagen, dass wir zu grosse Anfänger sind, um bei der anderen Yogagruppe gewinnbringend mitzumachen. Egal wie man es nennt, wir konnten von diesen Stunden sehr profitieren und haben am Ende zwei Yogamatten gekauft, die uns nun auf unserer Weiterreise begleiten sollen. In Rishikesh machten wir auch einige tolle Meditationserfahrungen. So durften wir uns in einer Mediationseinheit während 15 Minuten am ganzen Körper schütteln, worauf eine 15 minütige Tanzeinheit folgte, bevor es dann doch noch etwas zu einer ruhigeren Sitzmeditation kam. Bei einer Musikschule gingen wir an einem Abend ins Kirtan Singen. Auch da verfielen wir in eine Art meditativen Zustand, lauschten den Gesängen und sangen selber mit. Ein Konzert von traditionell indischer Musik hörten wir in derselben Musikschule, auch dies war eine sehr schöne Erfahrung. Wir haben bis zu diesem Zeitpunkt noch nie erlebt, dass die Zuhörenden so tief in die Musik und den Moment eintauchen, jeder ganz für sich und doch irgendwie gemeinsam als Gruppe. Nach dem Konzert war es ganz still, jeder sass einfach da und liess das Gehörte auf sich wirken. 

Wir erlebten aber nicht nur die spirituelle Seite von Rishikesh. Wir genossen auch etwas Action in dieser Stadt. An einem Tag buchten wir eine River Rafting Tour. Mit einem indischen Paar und zwei Guides fuhren wir 26 km mit unserem Raft über den Ganges. Die Fahrt durch die Stromschnellen hat Spass gemacht und im ruhigeren Wasser konnten wir die schöne Landschaft geniessen oder im kalten Fluss baden. Um die Umgebung von Rishikesh zu erkunden, haben wir einen Roller gemietet. Damit fuhren wir durch die hügelige Landschaft, genossen die Aussicht und fanden ein wunderschönes kleines Cafe, indem wir einen der leckersten Chais tranken und einen frisch gekochten Snack serviert bekamen.