Nashörner im Ziwa Rhino Sanctuary Uganda

Von den Nashörnern nach Kampala

Vor der Reise nach Kampala, die Hauptstadt Ugandas, machten wir einen Abstecher in das Ziwa Rhino Sanctuary. Die Reise dorthin war abenteuerlich, dafür wurden wir mit tollen Nashörnern belohnt.

Von Masindi zum Ziwa Rhino Sanctuary

In Masindi verabschiedeten wir uns von Esther. Wir hatten tolle 3 Tage mit ihr und wir hoffen, sie in der Schweiz wieder zu treffen. Da in Uganda vor einigen Tagen das Ebola-Virus ausgebrochen ist, wollten wir nicht unbedingt in ein überfülltes Matatu sitzen. Aus diesem Grund wählten wir für unsere Weiterreise wieder den Link Bus. Dieses Mal fuhr er allerdings mit einer gewaltigen Verspätung ab und so verbrachten wir zuerst fast 4 Stunden am Busbahnhof von Masindi. Die ziemlich rasante Fahrt in das kleine Dorf Nakitoma dauerte eine knappe Stunde und wir kamen gegen 18 Uhr in Nakitoma an. Von dort mussten wir mit dem Boda-Boda weiterfahren. Nur leider verriet uns ein Blick an den Himmel, dass es in einigen Minuten anfangen würde zu regnen. Da wir vor Einbruch der Dunkelheit an unserem Ziel ankommen wollten, sassen wir trotzdem auf zwei Boda-Bodas. Nach nur 5 Fahrminuten entschieden unsere Fahrer allerdings, dass wir bei einem Haus einer Familie unterstehen werden, was sich gelohnt hat. Es goss wie aus Eimern und wir hatten zugleich eine Local Experiance im Wohnzimmer dieser Familie. Die anschliessende Fahrt über die nasse Sandpiste war sehr abenteuerlich, wenn nicht schon fast riskant, zudem hatte es der Fahrer von Nathalie plötzlich eilig und alles “Fahren Sie bitte langsamer!” nützte nichts mehr viel. Unsere Schutzengel machten einen guten Job und wir kamen 10 Minuten vor Einbruch der Dunkelheit gesund und munter in der Ziwa Rhino Lodge an.

Nashorn-Tracking

Am nächsten Morgen wurden wir bereits beim Frühstück von mehreren Nashörnern begrüsst. Einige konnten wir aus der Ferne beobachten und ein Nashornbulle kam etwa 3 Meter nah zum Restaurant. Ein wild lebendes Nashorn aus dieser geringen Distanz zu beobachten, war sehr faszinierend und ein eindrücklicher Moment. Auch auf dem Rhino-Tracking hatten wir Glück. Mit Gummistiefel und einem Ranger ausgestattet, marschierten wir los. Bereits nach wenigen Minuten entdeckten wir Luna, ein Nashornweibchen. Sie war in Begleitung von ihrem drei Wochen alten Kalb, dem jüngsten Nashorn Ugandas. Um die Jungtiere und ihre Mütter nicht zu stören, suchen die Ranger diese noch nicht mit Touristen auf. Wir genossen also das Privileg, dass sich uns Luna mit ihrem Kalb direkt am Wegrand zeigen wollte. Beim Ziwa Rhino Sanctuary handelt es sich um ein eingezäuntes Schutzgebiet speziell für Nashörner, welche in Uganda vor allem durch Wilderei und einen Krieg ausgerottet wurden. Heute leben bereits 35 Nashörner dort. Einige sollen in die grossen Nationalparks umziehen, sobald ein Bestand von 50 Tieren erreicht wurde. Die Tiere leben hier zwar frei, werden aber 24 Stunden am Tag von zwei Rangern begleitet. Diese dokumentieren aus der Ferne das Verhalten der Tiere und bei Verdacht auf Krankheiten werden Spezialisten hinzugezogen. Dank diesen Rangern fanden wir rasch die nächste Nashorngruppe, welche aus vier Tieren bestand. Diese durften wir auf ihren Streifzügen durch die Natur etwas begleiten.

Tierwelt: Das Breitmaulnashorn

Es gibt das nördliche und das südliche Breitmaulnashorn. Heute sind die südlichen Breitmaulnashörner weit verbreitet. Ihr Bestand erholte sich durch intensive Schutzmassnahmen wieder von weniger als 100 auf über 15’000 wild lebende Tiere. Das nördliche Breitmaulnashorn gilt als ausgestorben, da nur noch zwei Weibchen weltweit leben. Breitmaulnashörner ernähren sich ausschliesslich von Gräsern. Sie sind im südlichen Afrika und in Ostafrika angesiedelt. Da die Bevölkerung Afrikas immer weiter wächst, werden die Lebensräume der Breitmaulnashörner laufend kleiner. Heute leben sie fast ausschliesslich in Schutzgebieten. Nashornhorn wird in der Traditionellen asiatischen Medizin immer noch als Heilmittel eingesetzt. In pulverisierter Form wird ihm fiebersenkende, entgiftende, krampflösende und seit kurzer Zeit auch krebsheilende Wirkung zugeschrieben, was wissenschaftlich nicht bewiesen werden konnte. Auch wenn ausgewachsene Nashörner in der Natur keine natürlichen Feinde haben, fallen sie immer wieder zum Opfer von illegaler Wilderei. Ihr Horn zählt heute zu den wertvollsten Wildtierprodukten weltweit. Zwischen 2012 und 2021 wurden afrikaweit mehr als 9’500 Nashörner gewildert. Das Jahr 2015 zählt als Höhepunkt der Wildereikrise. In diesem Jahr wurden in Afrika mindestens 1’349 Nashörner getötet, also durchschnittlich drei bis vier gewilderte Nashörner pro Tag. Auch wenn die Zahl der illegal getöteten Nashörner im Jahr 2020 und 2021 auf jeweils etwa 500 gesenkt werden konnte, ist dies für diese Tiere noch keine Entwarnung. Man vermutet, dass dieser Rückgang unter anderem an der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen der Transportwege der internationalen Schmuggel-Netzwerke liegt.

Kampala

Unsere Weiterreise führte uns nach Kampala. Wir hatten das Glück, dass wir mit einem Angestellten der Lodge in seinem Auto in die Hauptstadt mitreisen durften. So war dies eine komfortable, schnelle Reise und wir wurden direkt vor unserem Hostel abgesetzt. Von der Stadt Kampala schauten wir uns nur wenige Teile an. Wir besichtigten den Markt für Autoteile, auf welchem man wirklich jedes Ersatzteil für sein motorisiertes Fahrzeug finden kann. Diese Teile stammen unter anderem aus den Autos, welche von uns in den Export gegeben werden. Teilweise werden diese Fahrzeuge noch einige Jahre gefahren, bevor sie in ihre Einzelteile zerlegt werden. Denn hier landet kein Teil auf dem Schrottplatz, welches noch irgendwie funktionstüchtig ist. Dieser Markt ist einer der grössten Umschlagplätze für Autoteile Ostafrikas. Für uns war er beeindruckend und für jeden Automechaniker ein absolutes must-see. Wir folgten weiter der Williams-Street, welche mit vielen Sinneseindrücken vor allem für Nathalie etwas überfordernd war. Wir schafften es Kenianische Schilling in einer Bank zu wechseln, was eine einstündige Zangengeburt war. Zudem fanden wir im Gewusel von Läden und Verkehr ein Ersatzteil für unsere Kamera. Dieses Erfolgserlebnis erfüllte uns schon fast etwas mit Stolz.